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Anna Leipprand

Anna Leipprand (geb. 1978) ist Fellow am Mercator Research Institute on Global Commons and Climate Change (MCC). Zuvor war sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin beim Sachverständigenrat für Umweltfragen (SRU) und beim Ecologic Institut tätig. Sie arbeitete dort zu unterschiedlichen umweltpolitischen Themen, unter anderem zu Klimaschutz und Klimapolitik, Anpassung an Klimafolgen, zur Energiepolitik, und zur Debatte um Wirtschaftswachstum und Nachhaltigkeit. Anna Leipprand studierte Biologie und Europawissenschaften in Berlin. Gefördert vom Deutschen Akademischen Austauschdienst absolvierte sie in einem Auslandsjahr den Zoology Honours Course der University of Edinburgh.

Das Promotionsprojekt befasst sich mit der Rolle wissenschaftlicher Politikberatung in der deutschen Energiewende und wird in Kooperation mit Wissenschaftlern des MCC und des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK) durchgeführt.

Die gesellschaftlichen Debatten zur Energiepolitik sind in Deutschland in der Vergangenheit hochgradig polarisiert und emotional geführt worden. Die politische Umsetzung der Energiewende erfordert eine Vielzahl schwieriger Entscheidungen mit komplexen Auswirkungen auf Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt. Auch die Akteure der wissenschaftlichen Politikberatung stehen vor neuen Herausforderungen, da heute ihr Rat zu sehr kurzfristigen und konkreten Umsetzungsmaßnahmen und deren Konsequenzen gefragt ist. Damit erhöht sich das politische Konfliktpotenzial, und Polarisierung und Politisierung in der Wissenschaft können stärker als bisher zum Problem werden.

Vor diesem Hintergrund untersucht die Promotion zum einen die Rolle der wPB in der politisch-gesellschaftlichen Diskussion zur Energiewende, wobei sie vor allem den Zusammenhang zwischen politischen Positionen, wissenschaftlichen Empfehlungen und persönlichen Wertvorstellungen in den Blick nimmt. Gegenstand der Untersuchung sind die aktuellen Debatten zum Strommarktdesign und zum Netzausbau. Um den Politikprozess, die Positionen verschiedener Akteure, und die Rolle wissenschaftlicher Erkenntnisse in ihrer Argumentation zu analysieren, werden methodische Ansätze aus der Politikwissenschaft und der Narratologie herangezogen. Zum anderen befasst sich die Arbeit mit neuen Modellen der Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft, Politik und Zivilgesellschaft. Es werden Vorschläge entwickelt, in welchen Formaten die gesellschaftliche Diskussion um wissenschaftliche Erkenntnisse und politische Handlungsmöglichkeiten für die Energiewende transparent und konstruktiv gestaltet werden kann.