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Bastian Schmitt

Bastian Schmitt, Jahrgang 1981, studierte Maschinenbau an der Universität Kassel und schloss die erste Studienstufe im Oktober 2005 ab.

Im Rahmen seiner Diplomarbeit mit dem Titel „Konzept für die energetische Bilanzierung solarer Prozesswärme am Beispiel einer Brauerei“, welche er am Fachgebiet Solar- und Anlagentechnik anfertigte, beschäftigte er sich intensiv mit der Planung thermischer Solaranlagen für industrielle Prozesse. Nach Abschluss der Arbeit wurde er in die Arbeitsgruppe Task 33/IV „Solar Heat for Industrial Processes“ der Internationalen Energieagentur (IEA) berufen. Zum Sommersemester 2006 begann Bastian Schmitt ein Masterstudium im interdisziplinären Studiengang „Regenerative Energien und Energieeffizienz“ an der Universität Kassel. Als wissenschaftliche Hilfskraft betreute er weiterhin den Bereich der „Solaren Prozesswärme“ am Fachgebiet Solar- und Anlagentechnik. Im Rahmen seiner Masterarbeit begleitete er 2007 ein Forschungsprojekt zur Herstellung synthetischer Treibstoffe aus biogenen Rest- und Abfallstoffen bei der Joanneum Research Forschungsgesellschaft in Graz, Österreich. Nach Abgabe seiner Masterarbeit kehrte er an die Universität Kassel zurück, um am Fachgebiet Regenerative Prozesswärme als wissenschaftlicher Mitarbeiter zu arbeiten.

Kurzbeschreibung der Dissertation„Regenerativ bereitgestellte Prozesswärme für Brauereien“

Rund 20% des deutschen Endenergieverbrauchs wird in Form von Wärme für industrielle Prozesse verwendet. Die Bereitstellung dieser Wärme hat sich insbesondere in den letzten Jahren zu einem immer wichtigeren Produktionskostenfaktor entwickelt. Obwohl der Einsatz regenerativer Energien für Wohngebäude bereits etabliert ist und steigende Verbreitungsgrade aufweist, werden weltweit nur wenige industrielle Prozesse mit regenerativen Energien betrieben. Dabei weist z.B. die Lebensmittelbranche einen hohen Wärmebedarf auf einem relativ niedrigen Temperaturniveau auf, was eigentlich sehr gute Voraussetzungen für die Integration thermischer Solaranlagen oder biogasbetriebener KWK sind. Innerhalb der Lebensmittelbranche ist wegen der Ähnlichkeit der jeweiligen Prozesse insbesondere das Brauereiwesen interessant. Bereits sehr kleine Brauereien haben einen Energie- und hier insbesondere Wärmebedarf wie z.B. mehrere 100 Wohnhäuser.

Im Rahmen des Promotionsvorhabens „Regenerativ bereitgestellte Prozesswärme für Brauereien“ soll nun untersucht werden, unter welchen Randbedingungen eine großflächige Nutzung regenerativer Energien innerhalb dieser Industriebranche realisiert werden kann. Hierzu müssen Energiekonzepte für Brauerein erstellt werden, was in Kooperation mit der Fa. Huppmann (Brauereiausrüster, Kitzingen) und der mittelständischen Hütt-Brauerei in Kassel erfolgt. Diese Energiekonzepte sollen sowohl Möglichkeiten zur Energieeinsparung und Wärmerückgewinnung berücksichtigen, als auch die Nutzung Erneuerbaren Energien. Neben der Nutzung von Solarenergie soll auch biomassebasierte Kraft-Wärme-Kälte–Kopplung untersucht werden, wobei die prozessintern anfallenden Biomasseabfällen berücksichtigt werden. Des Weiteren soll untersucht werden, ob eine generelle Umstellung der üblichen innerbetrieblichen Wärmeverteilung von Dampf auf Heißwasser möglich ist, da dies die Einbindung regenerativer Energien deutlich erleichtern würde.

Die Betreuung der Dissertation erfolgt durch Jun.-Prof. Dr. Ulrike Jordan am Fachgebiet Regenerative Prozesswärme der Universität Kassel.