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Guido Pleßmann

Guido Pleßmann

Kurzvita

Guido Pleßmann wurde am 8.9.1986 in Göttingen geboren und absolvierte 2006 das Abitur an der Freien Waldorfschule Göttingen. Geleitet durch sein persönliches Interesse die Energieversorgung von der Abhängigkeit fossiler Ressourcen zu entbinden, entschloss er sich nach seinem Abitur mit dem Studium der Regenerativen Energietechnik an der Fachhochschule Nordhausen zu beginnen. Nach dem Abschluss des Bachelorstudiums mit einer Arbeit, die am Solar-Institut Jülich angefertigt wurde, begann er die erworbenen Kenntnisse mit dem Masterstudiengang Umwelttechnik/ Regenerative Energien an der HTW Berlin zu vertiefen. Während des Masterstudiums war Guido Pleßmann drei Semester als Tutor aktiv. Abgeschlossen hat er das Studium mit einer Masterarbeit mit dem Titel „Entwicklung eines Netzmodells für eine Simulationsumgebung des Stromsektors“, welche am Reiner Lemoine Institut unter Begutachtung von Prof. Twele angefertigt wurde. Während der Bearbeitung der Abschlussarbeit entstand auch die Idee die Arbeit im Bereich der Modellierung und Analyse zukünftiger Energieversorgungssysteme im Rahmen einer Promotion zu vertiefen. Seit Beendigung des Studiums und bis zum Beginn des Stipendiums der Reiner Lemoine Stiftung war er am Reiner Lemoine Institut im Bereich „Integrierte Elektrische Systeme“ als wissenschaftlicher Mitarbeiter tätig.

Beschreibung des Promotionsvorhabens

Titel: „Der Beitrag von Übertragungsnetzen zur zukünftigen globalen Energieversorgung mit erneuerbaren Energien“

Aufgrund sich verknappender Ressourcen, zur Eindämmung der Auswirkungen des Klimawandels und aufgrund schwindender Akzeptanz nuklearer Energieerzeugung, ist die Umstellung der Energieversorgung in Zukunft unumgänglich. Die zukünftige Energiebereitstellung wird vorranging auf Windenergie, Photovoltaik, Wasserkraft und je nach lokalem Potenzial auch anderen regenerativen Technologien beruhen. Die somit anwachsende erzeugerseitige Volatilität erfordert eine erhöhte Kapazität an Ausgleichsleistung, die beispielsweise durch Gaskraftwerke oder Speichereinheiten bereitgestellt werden kann. Sehr hohe Anteile erneuerbarer Energien an der Energieversorgung erfordern den vermehrten Einsatz durch Speicher bereitgestellter Ausgleichskapazität. Durch den Einsatz von Übertragungsnetzen können last- und erzeugerseitige Ausgleichseffekte genutzt werden, die zu einer Reduktion der benötigten Ausgleichskapazität führen.
In der geplanten Dissertation sollen die Wechselwirkungen von dezentralem Speicherbedarf und zentraler Netzinfrastruktur in zukünftigen Energiesystemen mit sehr hohen Anteilen regenerativer Energien untersucht werden. Der Fokus liegt dabei auf der Untersuchung von elektrischen Energieversorgungssystemen. So wird der Frage nachgegangen, inwieweit eine großflächige Vernetzung, durch die Ausnutzung von zeitlichen und räumlichen Ausgleichseffekten, dazu führt, dass der Speicherbedarf von Einzelsystemen gesenkt werden kann. Um dies zu erforschen werden Untersuchungen mit intra- und transkontinentalen Netzen angestellt.
Die Untersuchungen werden mittels technisch-ökonomischer Analysen unter Verwendung eines Mehr-Regionen-Energiesystemmodells durchgeführt. Das Modell basiert auf einem Optimierungsansatz und bildet in abstrahierter Form alle relevanten Komponenten des Energiesystems ab. Ziel der Untersuchungen ist es den Einfluss der last- und erzeugerseitigen Ausgleichseffekte, die durch die Vernetzung nutzbar gemacht werden, zu quantifizieren. Weiter werden ökonomische Optima von dezentraler und zentraler Energiebereitstellung unter Berücksichtigung des zeitlichen Umsetzungshorizonts untersucht. Die Ergebnisse der Arbeit sollen einen Beitrag liefern, um die Rolle von Netzen bei der Umsetzung der Energiewende zu bewerten.