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Karoline Augenstein

Karoline Augenstein wurde am 5. März 1985 in Heidelberg geboren.

Im Laufe ihres Bachelor-Studiums in "European Studies" an der Universität Maastricht begann sie sich zunehmend für Fragen der europäischen Umweltpolitk zu interessieren und darüber hinaus für die Nachhaltigkeitsstrategie der EU, mit deren Umsetzung speziell im Feld der europäischen Industriepolitik sie sich dann auch in ihrer Bachelor-Arbeit beschäftigt hat. Das Interesse an Fragen der Nachhaltigkeit und insbesondere den damit zusammenhängenden Herausforderungen wurde bestärkt durch ein Praktikum bei der Daimler AG, wo sie hauptsächlich im Bereich der Nachhaltigkeitsberichterstattung und Corporate Social Responsibility tätig war. Um dieses Interesse zu vertiefen, begann sie den Masterstudiengang "Sustainability Economics and Management" an der Universität Oldenburg zu studieren. Hier entstand dann auch das Interesse an der "Transition Forschung", welche sich mit Wandelprozessen auch unter schwierigen Bedingungen beschäftigt. Aus dieser Interessen- und Erfahrungslage heraus entstand das Thema der Master-Arbeit zu nachhaltigkeits-relevanten Wandelprozessen im Wissenschaftssystem und auch die Idee für das Promotionsvorhaben:

„Die Veränderung von sozio-technischen Regimen durch Branchenkooperationen bei der Durchsetzung nachhaltiger Systeminnovationen im Bereich Erneuerbare Energien und Elektromobilität“.

Das Ziel einer Energieversorgung, die vollständig auf erneuerbaren Energiequellen basiert, kann nur dann erreicht werden, wenn neben den notwendigen technologischen Innovationen auch deren Einbettung in bestehende sozio-technische Strukturen gelingt. Dieser – in  der Praxis sehr schwierige – Prozess der Durchsetzung erneuerbarer Energien erhält eine neue Qualität durch Entwicklungen im Bereich der Elektromobilität. Emissionsfreie individuelle Mobilität könnte zukünftig durch einen breiteren Umstieg auf Elektromobilität gewährleistet werden, wobei wirkliche Umweltentlastungseffekte sich dabei nur einstellen werden, wenn der Strom dafür aus erneuerbaren Energien gewonnen wird. Dies führt zu einer engen Verbindung von Strategien in der Automobil- und Energieversorgungs-branche, zumal Elektromobile und deren Batterien mittelfristig einen Beitrag zur Zwischen-Speicherung volatiler erneuerbarer Energien (Wind, Photovoltaik) leisten können. Alle derzeit diskutierten Strategien sind nur durch den Aufbau sogennanter intelligenter Netze („Smart Grids“) möglich. Hierdurch kommt der IT- und Telekommunikations-industrie als dritter Branche eine Schlüsselbedeutung bei dem Übergang zu.
Das Anwendungsfeld „Elektromobilität“ macht deswegen deutlich, dass die Vision von „100% Erneuerbare Energien“ von neuen Akteurskonstellationen und neuen Formen der Branchenkonvergenz profitieren kann. Trotz der vorhandenen technologischen Lösungen haben sich umfassende ökologische Systeminnovationen sowohl im Bereich Mobilität als auch im Energiesektor bisher kaum durchgesetzt. Verantwortlich dafür sind u.a. bestehende, umfassendes Kapital bindende Infrastrukturen, gesetzliche Regulierungen, aber auch Verbrauchereinstellungen und –handlungsmuster.
In der Transition-Management-Theorie werden diese Bausteine als „Regime“-Faktoren bezeichnet. Basierend auf der in den Niederlanden entwickelten "Transition Forschung" liefert diese Theorie erste Ansätze, welche sich mit komplexen Übergangs-Prozessen ("Transition-Prozessen") beschäftigt. Allerdings beschreiben die dort bisher entwickelten Ansätze zumeist branchenbezogene Übergangs-Strategien. Arbeiten zu branchen-übergreifenden Strategien, wie sich im Themenfeld Elektromobilität zwischen Energieversorgungs-, Automobil- und IT-Unternehmen abzeichnen, sind bisher kaum untersucht. 
Ziel der Promotion ist es, den besonderen Charakter von Branchenkooperationen für die Veränderung von „Regimen“ im Kontext der Elektromobilität  aus der Perspektive der Transition Forschung zu untersuchen. Unter Rückgriff auf Fallstudien ausgewählter Unternehmensstrategien und in Kopplung mit Energie- und Verkehrssystem-Szenarien des Wuppertal-Institutes sollen Kooperationsmuster identifiziert werden, welche besonders geeignet sind, die breitere Durchsetzung erneuerbarer Energien zu fördern.