en

Melisande Liu

Melisande Liu

Kurzvita

Melisande Felicia Liu wurde am 01. April 1986 in Changshou, China, geboren. Nach einem erfolgreichen Abitur an der Deutschen Botschaftsschule in Peking, absolvierte sie als Stipendiatin des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD) und der Heinrich-Böll Stiftung im Jahr 2008 ein Bachelorstudium in Wald- und Umweltwissenschaften und 2011 ein internationales Masterstudium in Renewable Energy Management mit Schwerpunkt Solarenergie an der Albert-Ludwigs-Universität in Freiburg. Das Studium wurde ergänzt durch ein Auslandssemester an der Universidade Federal do Paraná (UFPR) in Curitiba, Brasilien (2007-2008), ein Praktikum am Center for International Forestry Research (CIFOR) in Bogor, Indonesien (2008), ein Praktikum an der Internationalen Energie Agentur (IEA) in Paris, Frankreich (2009) und einen Forschungsaufenthalt an der Kyrgyz Technical University in Bishkek, Kirgisien (2010). Seit 2008 arbeitet sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin bei Intelligent Renewable Energy in Freiburg. Bereits im Rahmen ihrer Masterarbeit „Coping with the Energy Crisis: Analysis of Opportunities and Challenges of Nontraditional Renewable Energy in Rural Kyrgyzstan” setzte sie sich mit dem Themenfeld erneuerbare Energien und ländliche Elektrifizierung in Schwellen- und Entwicklungsländern auseinander.

Promotionsbeschreibung

Arbeitstitel: „Solar Energy Policies in China: Trajectory, Change and Drivers of China’s Energy Transition

Im August 2011 verkündete die chinesische Nationale Kommission für Entwicklung und Reform (NDRC) erstmals feste landesweit gültige Vergütungssätze für photovoltaisch erzeugten Strom. Die neue Regelung sieht vor, dass Solarstromanlagen, die vor dem 1. Juli 2011 genehmigt wurden und bis Jahresende fertig gestellt werden, einen Vergütungssatz von RMB 1.15 (13 Eurocent) pro Kilowattstunde erhalten. Anlagen, die ab dem 1. Juli genehmigt wurden oder nach Jahresende fertig gestellt werden, erhalten hingegen eine Vergütung von RMB 1 (11 Eurocent) je Kilowattstunde. Mit Hilfe der neuen Einspeisevergütung erhofft sich die chinesische Regierung bis zum Jahr 2020 die installierte Kapazität für Solarstrom von derzeit 0.4GW (2009) auf 50GW zu erhöhen. Die neue Einspeisevergütung ist jedoch nicht nur eine Option für China, sondern in erster Linie eine Notwendigkeit. Chinas rasantes Wirtschaftswachstum der letzten Jahrzehnte geht einher mit einem historisch beispiellosen Anstieg des Energieverbrauchs. Der derzeit wichtigste Energieträger in China ist Kohle, von dessen negativen Auswirkungen vor allem die ländliche Bevölkerung betroffen ist. Mehr als 30 Millionen Einwohner des Landes müssen ohne Strom auskommen und 500–660 Millionen Einwohnern fehlt eine zuverlässige Stromversorgung. Insbesondere dezentrale Photovoltaikanlagen bieten strukturschwachen, ländlichen Regionen vielfältiges Potential und Perspektiven einer nachhaltigen Energieversorgung und sind damit Vorraussetzung und Bestandteil einer sozialen und ökonomischen Entwicklung des Landes.

Das Forschungsziel der Dissertation ist eine Untersuchung und Evaluierung der neuen Einspeisevergütung vor dem Hintergrund einer dezentralen Energieversorgung und regionalen Wertschöpfung in China. Die Arbeit wird sich mit der Fragestellung auseinandersetzen, inwiefern der Ausbau von PV-Kleinanlagen einer nachhaltigen Regionalentwicklung im ländlichen Raum Chinas dient. Ausgehend von drei Fallstudien wird zudem die Integration der neuen Einspeisevergütung in bereits existierende Fördermaßnahmen und öffentliche Politikentwürfe auf nationaler, provinzieller und lokaler Ebene untersucht. Die Forschungsarbeit ist Teil des Dissertationsprogramms des Wuppertal Instituts für Klima, Umwelt und Energie und findet unter der wissenschaftlichen Betreuung von Prof. Dr-Ing. Manfred Fischedick, Vizepräsident und Forschungsgruppenleiter des Wuppertal Instituts, und Prof. Miranda Schreurs, Leiterin des Forschungszentrums für Umweltpolitik der Freien Universität Berlin, statt.