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Nirza Fabiola Castro Gonzáles

Dr. Ing. Fabiola Castro Gonzáles wurde am 05.09.1972 in Potosí – Bolivien geboren.

Frau Castro besitzt mehr als sieben Jahre Erfahung in der Industrie als Bauingenieurin, darunter vier Jahre berufliche Erfahrung als technische Mitarbeiterin in der Abteilung Umwelt und Bauingenieurwesen der Bergwerkgesellschaft COMSUR (Compañia Minera del Sur), Potosí-Bolivien.

Seit 2014 arbeitet Frau Castro an der Thematik „Erneuerbare Energien“. Sie hat ihre Masterarbeit an der Leibniz Universität Hannover zum Thema Offshore-Windenergie verfasst.

Forschungsthema (abgeschlossen am Institut für Umweltplanung der Leibniz Universität Hannover in August 2015):

Kurzbeschreibung der Dissertation:

"Potenziale des Jatropha curcas-Anbaus für eine nachhaltige Produktion von Biodiesel in Bolivien" - Am Beispiel einer Fallstudie in der bolivianischen Region El Gran Chaco des Departamentos Santa Cruz.

Die Produktion von Biokraftstoffen ist wegen der Konkurrenz mit der Lebensmittelproduktion ein weltweit umstrittenes Thema. Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit einer Pflanze, die giftig ist, und daher bei der Biokraftstoff-Produktion nicht in Konkurrenz mit der Lebensmittelproduktion tritt. Der Name der Pflanze ist Jatropha curcas und sie ist unter anderem in Südamerika heimisch.

Die Autorin hat eine Methode zur Abschätzung des Anbaupotenzials von J. curcas entwickelt, die auf einer ArcGIS-Datenbank, internationalen Anbau-Erfahrungen und einer Studie der bolivianischen Regierung und dem Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen beruht. Die vorliegende Untersuchung ist eine Fall-Studie zur möglichen Biokraftstoff-Produktion aus J. curcas in einer Region in Bolivien. Im Untersuchungsgebiet El Gran Chaco im Departamento Santa Cruz sind rund 7 Mio. ha Boden fortgeschritten erodiert, dies entspricht 86 % der Gesamtoberfläche des Untersuchungsgebiets. Zugleich ist das Untersuchungsgebiet durch niedrigen Niederschlag, Dürre-Anfälligkeit, trockene Luft, und Nährstoffarmut charakterisiert.

Neben der Bestimmung des J. curcas Anbaupotenzials im Untersuchungsgebiet werden auch die Auswirkungen des Anbaus präsentiert. Es werden Handlungsempfehlungen zu einer nachhaltigen Biodieselproduktion im industriellen Maßstab für Regierung, Bauern und Investoren vorgenommen. Dabei werden ökologische und sozioökonomische Kriterien berücksichtigt.

Die Arbeit kommt zu dem Ergebnis, dass für Länder wie Bolivien mit entsprechenden klimatischen Bedingungen, genügend Ackerfläche, geringer Bevölkerungsdichte und ausreichender Flächen-Verfügbarkeit sowie Anfälligkeit für Krisen wie Nahrungsmittel- und Energieknappheit, der Anbau von Biokraftstoffpflanzen ein Beitrag für wirtschaftliches Wachstum sein und auch regionale Probleme wie den steigenden Diesel-Importbedarf (teilweise) lösen kann.

Die Dissertation wurde von Prof. Dr. rer. nat. Michael Rode an der Leibniz Universität Hannover betreut.