en

Paul Neetzow

Kurzvita 

Paul Neetzow studierte Bionik in Bremen und Sustainability Economics and Management in Oldenburg. Während seiner Studienzeit absolvierte er Forschungsaufenthalte an der Monash University in Melbourne und der École Polytechnique de Montréal. Er begann seine Promotion Anfang 2016 im Energiewendeprojekt de.zentral als wissenschaftlicher Mitarbeiter der Universität Oldenburg und Gastwissenschaftler an der Humboldt-Universität zu Berlin. Nach einem kurzen Gastaufenthalt an der Johns Hopkins University in Baltimore ist er nun Mitarbeiter und Fellow der Ressource Economics Group an der HU Berlin. Sein Forschungsschwerpunkt liegt in der Systemintegration von Stromspeichern und dem techno-ökonomischen Wechselspiel von Speichern und Netzen.

 

Kurzbeschreibung des Promotionsvorhabens

 Ökonomie von Stromsystem-Infrastruktur: Techno-ökonomische Interdependenzen von Speichern und Netzen 

Die Transition zu einem nachhaltigen Energiesystem birgt eine Vielzahl von Herausforderungen für dessen Infrastrukturen. Es bedarf eines umfassenden Ausbaus von Wind- und Solaranlagen, welche eine statistisch schwankende sowie generell volatile Erzeugung aufweisen. Zudem befinden sich die geeignetsten Standorte zumeist abseits der Lastzentren, so dass sich temporale sowie regionale Diskrepanzen zwischen Erzeugung und Verbrauch ergeben. Offensichtlich stellen hierfür zusätzliche Speicher- und Netzkapazitäten eine geeignete Lösung dar, um das benötigte Gleichgewicht wiederherzustellen. Um aber effiziente Lösungen zu finden, müssen insbesondere auch die techno-ökonomischen Interdependenzen dieser Technologien verstanden und berücksichtigt werden. In Abhängigkeit der spezifischen Charakteristika sowie des Betriebs und des institutionellen Rahmens können diese für das Gesamtsystem Vor- oder Nachteile ergeben. So können zum Beispiel zusätzliche Speicherkapazitäten die Notwendigkeit von Netzausbau erhöhen oder verringern. Unter welchen spezifischen Begebenheiten sich aber welche Abhängigkeiten bzw. mögliche Synergien ergeben, ist im Augenblick noch unklar. Infolgedessen verpassen es aktuelle Marktdesigns, wie zum Beispiel in Deutschland, passende Anreize für einen systemdienlichen Einsatz von Speichern zu setzen. Dies ist vor allem für das zunehmende Aufkommen von Heimspeicher-Anlagen von Bedeutung, welche ein enormes Potenzial darstellen. 

Meine Dissertation nimmt sich diesem Problem an. Dafür werden eine tiefgründige Analyse möglicher Speicher-Netz-Interdependenzen sowie eine empirische Untersuchung für Deutschland durchgeführt. Zusätzlich finden die strategischen Interaktionen beteiligter Akteure sowie Unsicherheit Berücksichtigung. Auf dieser Grundlage sollen im Anschluss neue und innovative Impulse für ein verbessertes Marktdesign entstehen, welches die Interdependenzen berücksichtigt. 

Ein gelungener, weitsichtiger Einsatz von Speichern wird eine kosteneffiziente Integration hoher Anteile erneuerbarer Energien ermöglichen, sowie den Bedarf für Reservekapazitäten und Netzinvestitionen verringern. Er stellt somit eine wesentliche Grundlage für die Transition des Energiesystems dar.