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Setu Pelz

Lebenslauf:

Setu Pelz ist 1988 in Neu Delhi, Indien geboren. 1995 zog er mit seiner Familie nach Melbourne, Australien und ist dort aufgewachsen. Nach Abschluss seines VCE (Abitur) begann er sein Doppel-Studium in den Bereichen Maschinenbau und Wirtschaftswesen an der RMIT University in Melbourne, Australien. Während seines Studiums verfolgte er sein Interesse für Erneuerbare Energien und als Folge dessen, schrieb er seine Abschlussarbeit zum Thema „Passive Kühlung von PV Anlagen mit Phasenumwandlung von organischen Materialien". Nach Abschluss seines Studiums in 2010, sammelte er Berufserfahrung in der Onshore und Offshore Windenergiebranche, zuerst in Australien, und danach in Europa. Durch seine frühe Kindheit in Indien, befasst er sich weiterhin mit der Verbindung zwischen dezentralen Energieerzeugung, Energiearmut und der sozioökonomischen Entwicklung von Gesellschaften in Entwicklungsländern. Diesem Interesse folgend, verließ er Ende 2014 seine Karriere als Ingenieur in der Windenergiebranche, um für RVE.SOL, eine Start-up Firma die Solar-PV mini grids in Ostafrika entwickelt, zu arbeiten. Dies ermöglichte Forschungsreisen nach Kenia, um praktische Erfahrung zu sammeln und die Herausforderungen von Planung und Finanzierung dezentraler Energieversorgung in Entwicklungsländern zu untersuchen. Seit Mitte 2015 war Setu bei MicroEnergy International in Berlin tätig und hat sich intensiv mit den Themen Energiearmut und innovativen Ansätzen wie Schwarm Elektrifizierung in Bangladesh, durch die Tochterfirma ME SOLshare, beschäftigt. In diesem interdisziplinären Umfeld entwickelte Setu seinen Forschungsansatz, den er nun dank der Reiner Lemoine-Stiftung an der Europa-Universität Flensburg verfolgt.

Expose:

Energiezugang ist von den Vereinten Nationen in den nachhaltigen Entwicklungszielen (Sustainable Development Goals - SDG7) als eigenständiges Ziel definiert worden. Somit besteht erstmals eine globale Verpflichtung, bis zum Jahr 2030 Zugang zu einer modernen Energieversorgung für alle zu schaffen. Auf Grundlage der vorgesehenen Investitionshöhe im Bereich der Dekarbonisierung im Energiesektor - wie in der sogenannten „Bridging Strategy" angegeben - schätzt die Internationale Energieagentur aber, dass bis zum Jahr 2030 nahezu eine Milliarde Menschen weiterhin keinen Zugang zu Elektrizität haben wird, während mehr als zwei Milliarden Menschen weiterhin auf traditionelle Nutzung von Biomasse zum Kochen angewiesen sein werden. Durch Forschung zu innovativen Technologien wird versucht, diesen Herausforderungen zu begegnen; Beispiele hierfür sind erneuerbare Energiesysteme und effizientere Kochherde, die bereits entwickelt wurden und werden. Allerdings wächst die Anzahl an empirischen Belegen, die zeigen, dass technologische Entwicklung alleine nicht ausreicht. Eine nachhaltige erneuerbare Energiewende erfordert ebenso effektive politische Entscheidungsfindung und auf Tatsachen beruhende Planung. Um diese Herausforderung zu bewältigen, wurde das Multi-Tier Tracking Framework (MTF) vom Energy Sector Management Assistance Program der Weltbank entwickelt. Es ist die neueste weltweit anerkannte Methode, um Energiezugang zu messen. Die Methoden des MTF sind jedoch auf persönliche Fragebögen angewiesen, die die Fortschritte im Bereich der Informations- und Kommunikationstechnik, die in anderen Entwicklungsprojekten verbreitet sind, nicht ausschöpfen. Der vorliegende interdisziplinäre Forschungsansatz zielt auf eine neue Methodologie ab, die eine Auswertung der Entwicklungspfade in der Energienutzung von Haushalten ermöglicht. Dies beinhaltet neue Messmethoden, Modellierung und vorhersagende Analysemethoden für Energiearmut, welche sich sogenannte Internet of Things Sensoren und auf GSM basierende Umfragen zunutze machen, um Echtzeitdaten zur Analyse zu sammeln. Das Ziel dieses Forschungsprojekts ist es, Energiearmut besser beurteilen zu können und Nachweise zu liefern, um bessere Strategien für den nachhaltigen Zugang zu Energie zu entwickeln - mit dem Ziel einer globalen Energiewende auf Basis erneuerbarer Energien.