October 2026
Wie wurdest Du Teil des Reiner Lemoine Netzwerks?
Ich war Stipendiatin der zweiten Runde in 2008/09 und hatte Glück, dass das Wasser-Thema über meine aquatectura-Geschäftspartnerin Anja Brüll bereits in das Reiner-Lemoine-Netzwerk eingeflossen war. Nach einem Managementtraining für weibliche Führungskräfte und einigen Cradle-to-Cradle Beratungsprojekten hatte ich eigentlich vor, eine Unternehmenskooperation zum Thema „regenerative Landschaftsvorsorge“ zu starten. Die Zeit war jedoch noch nicht so richtig reif hierfür. Eine Dissertation zu starten, erschien leichter. Ich bewarb mich mit dem Thema „Urbane Aquakultur und blau-grüne Infrastrukturen“ bei der RLS-Stiftung. Anknüpfend an mein einjähriges EU-Praktikum in der „Stensund Wastewater Aquaculture“ auf dem Campus einer Volkshochschule im Schärengebiet südlich von Stockholm hatte ich mit dem RLS-Stipendium die einmalige Chance, internationale Fallbeispiele solarer wasserkreislaufbasierter Infrastrukturen – von schwimmenden, naturbasierten bis hin zu Gewächshaus-Typologien – in Geschichte und Gegenwart zu beforschen.
Die Doktorarbeit schuf auch die Basis für ein angewandtes BMBF-Forschungsprojekt, welches ich direkt danach mitinitiierte und entwickelte: Roof Water-Farm – Urbanes Wasser für urbane Landwirtschaft. Als Projektleiterin koordinierte ich dieses Kreislauf-Gewächshausprojekt über fast 4 Jahre inmitten eines Berliner Wohnquartiers gemeinsam mit dem Fachgebiet Städtebau und Siedlungswesen an der TU Berlin sowie Praxispartnern aus dem Wasser- und Umwelttechnologiebereich. Danach folgten weitere Projekt- und Prototypentwicklungen rund um mobile blau-grüne Infrastrukturen, studentische Design-Build-Studios sowie Ausgründungen im Kontext von Hydro- und Aquaponik, Vertical Farming und solarem Bauen. Der Roof Water-Farm Pilotstandort ist heute ein verstetigtes Reallabor, das als Bildungsort und Impact Hub fungiert und von aquatectura Berlin kooperativ in einer Kollektivstruktur betrieben wird.
Woran wuselst Du gerade rum?
Heute leite ich verschiedene Bauprojekte der Kreislauf- und Schwammstadt. Aktuell bin ich Teil eines Teams für die klimawirksame und essbare Campuslandschaftsentwicklung an der TU Berlin. Im Projekt ClimateHOOD kooperieren wir eng mit der Nachbarschaft im Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf, Planungsbüros, Fachgebieten, Theatern, Kulturschaffenden und nicht zuletzt vielen Menschen mit Lust auf Mitgestaltung. Parallel wusle ich mit meiner Kollegin und RLS-Stipendiatin Anja Brüll an neuen aquatectura-Projektentwicklungen zwischen Berlin und Aachen und darüber hinaus. Eine große Vision ist es unseren Prototyp biodome – als inspirierendes Landschaftszentrum gemeinsam mit solar- und wasserbegeisterten Unternehmen und Menschen umzusetzen.
Wofür sollten wir uns dieser Tage vernetzen?
Um gemeinsam an der Verbindung von technischem und natürlichem Klimaschutz und ganz viel mehr Frieden, Freude und Lebensqualität zu arbeiten. Schaut gern auch mal auf unserer Website vorbei.